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„ICH BIN NICHT BEHINDERT – ICH KANN BLOSS NICHT LAUFEN.“

04/20/16

„Ich bin nicht behindert – ich kann bloss nicht laufen.“

Die 22-jährige Alexandra Helbling ist Rollstuhlsportlerin. Ihr grösstes Ziel heisst Rio. Dafür trainiert sie täglich. 

Von Eva Eder

 

Alexandra Helbling, wann hast du das erste Mal vom Wings for Life World Run gehört?
Marcel Hug hat mir davon erzählt. Zuerst konnte ich es mir gar nicht vorstellen – ein Rennen, bei dem auf der ganzen Welt um die gleiche Zeit gestartet wird, in manchen Ländern also mitten in der Nacht. Ich freue mich extrem, Teil davon sein zu dürfen. 

Marcel Hug ist sozusagen schuld daran, dass du Spitzensportlerin bist.
Ich habe ihn als Elfjährige trainieren sehen. Da wusste ich: Das will ich auch machen! Seither hat mich der Rennrollstuhl nicht mehr losgelassen. 

Was fasziniert dich?
Ich mag es, mich mit anderen zu messen. Und ich mag den Speed – wir erreichen Spitzengeschwindigkeiten von um die 35 km/h. Marcel Hug kommt sogar in die Nähe von 40. 

Du besuchst das Sportler-KV in Luzern. Wie sieht dein Alltag dort aus?
Das ist eine super Einrichtung. Die Ausbildung dauert vier Jahre, dafür hat man an vier Wochentagen nur am Vormittag Schule oder Praktikum und kann am Nachmittag trainieren. 

Dein grosses Ziel im Moment heisst Rio. Wann entscheidet sich, ob du dabei bist?
Das ist bei uns jeweils ein bisschen mühsam, weil es extrem kurzfristig ist. Wir haben bis in den Sommer hinein Rennen, die für die Qualifikation zählen. Ich werde es erst im Juli wissen. Aber im Moment sieht es gut aus, das letzte Jahr ist sehr gut gelaufen. 

Über welche Distanzen rechnest du dir die grössten Chancen aus?
Die 200 Meter werden an den Olympischen Spielen leider nicht gefahren. Ich mag die Mittelstrecken über 400 und 800 Meter. 

Du hast einmal gesagt, dein Rollstuhl sei ein Teil von dir.
Das ist so. Ich trage genau gleich Sorge zu ihm wie andere Leute zu ihren Beinen. Ich mag es auch überhaupt nicht, wenn er Kratzer hat, von einem Transport zum Beispiel. 

Überlegst du dir manchmal, wie es wäre, wenn Querschnittslähmungen heilbar wären?
Nein, ich mag mein Leben, wie es ist. Ich habe im Rollstuhl so viele tolle Leute kennen gelernt, viele davon auch Rollstuhlfahrer. Ich würde mir nichts anderes wünschen. Ich bin nicht behindert – ich kann bloss nicht laufen. 

Stell dir vor, eine gute Fee würde dir einen Wunsch erfüllen. Wäre das Rio?
Für Rio muss ich selber kämpfen, das habe ich ganz allein in der Hand. Ein grosser Wunsch wäre es, einmal auf einem zweirädrigen Motorrad zu fahren.

Als Alexandra Helbling (22) sechs Jahre alt war, wurde sie in einen Autounfall verwickelt. Seither ist sie Paraplegikerin. In Luzern absolviert sie das Sportler-KV. Im Jahr 2010 wurde sie Junioren-Weltmeisterin, 2014 Jahr holte sie an der Elite-Europameisterschaft in Swansea Bronze.

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